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Ein Offener Brief an Zeugen Jehovas und die Wachtturm-Gesellschaft
(1)
Dieser Brief wurde in entsprechender Form an über
101 Zweigbüros und mehreren
Tausend Versammlungen in den Vereinigten Staaten gesendet.
[Anm.
des Übersetzers: Für Leser, die mit dieser Thematik
und den damit verbundenen Fachausdrücken
noch nicht vertraut sind, wurden Erläuterungen von mir in
einen Fußnotenapparat eingebaut.]
Ich habe dich zum Metallprüfer unter
meinem Volk gemacht,
zu einem, der eine gründliche Suche anstellt;
und du wirst Kenntnis nehmen, und du sollst ihren Weg prüfen.
- Jeremia 6:27 -
Liebe Brüder,
als Zeugen Jehovas und Diener Christi sind wir hauptsächlich
damit bemüht, Gottes Namen zu ehren sowie uns von der Welt
unbefleckt zu halten. Aus diesem Grund hat die Wachtturm-Gesellschaft
uns stets ermahnt, die Vergehen und Heuchelei der Christenheit
bloßzustellen und für die Wahrheit geradezustehen.
Aber wie sollen wir uns verhalten, wenn die Wachtturm-Gesellschaft
selbst einer folgenschweren Heuchelei schuldig wird? Wie
reagieren wir, wenn einige unserer eigenen leitenden Brüder
treulos handeln, indem sie den Namen Gottes entehren? Wie sollen
sich Zeugen Jehovas in diesem Fall verhalten? Stellen wir dann
immer noch religiöse Heuchelei bloß, ganz gleich,
wo sie existiert oder bewahren wir Stillschweigen? Dies
sind keine hypothetische Fragen, meine Brüder. Es geht um
eine Situation, der wir derzeit auf breiter Front gegenüberstehen.
Als Zeuge Jehovas habe ich mich entschlossen, jetzt gerade nicht
zu schweigen, ganz gleich welche Konsequenzen sich daraus für
mich erge-ben.
Kurz zusammengefasst, sehen die Fakten folgendermaßen aus:
Es begann damit, dass die Wachtturm-Gesellschaft 1991 einen Antrag
einreichte, um von den Vereinten Nationen als NGO aufgenommen
zu werden. Aber was genau ist eine NGO? Bei einer NGO (2)
handelt es sich um eine offizielle Nichtregierungs-Organisation,
welche ihren Einfluss dadurch geltend macht, indem sie die Vereinten
Nationen und ihre Ziele fördert. Die Wachtturm-Gesellschaft
hat nahezu zehn Jahre lang einen Hehl daraus gemacht, dass sie
als eine internationale NGO gedient hat.
Als jedoch die Story im Oktober 2001 in der Londoner Tageszeitung
The Guardian veröffentlicht wurde (siehe Anlage) (3),
zog die Gesellschaft ihre Mitgliedschaft schleunigst zurück.
Nach einer Flut von Anfragen von der Basis gab die Gesellschaft
dem Guardian und den Zweigbüros weltweit eine Erklärung
ab, in der sie angab, der einzige Grund, eine NGO zu werden, hätte
darin bestanden, Zugang zu den Quellen der UNO-Bibliothek zu erlangen.
(Brief des Zweigbüros siehe Anhang) (4)
Aber es entspricht einfach nicht der Wahrheit, dass die Gesellschaft
eine NGO werden musste, um Zugang zu den Bibliothekseinrichtungen
der UNO zu erlangen. Laut der Hauptverwal-tung der Dag Hammarskjöld-Bibliothek
(5) konnte jeder qualifizierte Forscher
oder Schüler vor dem 11.September [2001] einen befristeten
Ausweis erhalten, um die Bibliothekseinrichtungen der UNO nutzen
zu können. Erst nach dem Terrorangriff am 11. September
2001 wurde die Sicherheitszone auf das UN-Personal und die bereits
zuvor zugelassenen Vertreter der NGO beschränkt. Außerdem
verwaltet die UNO auch außerhalb des UN-Geländes etwa
400 auswärtige Bibliotheksstellen weltweit, wo der Öffentlichkeit
Informationen über die zahlreichen Büros und Programme
der UNO zugänglich sind. Die Behauptung der Gesellschaft
hält somit einfach keiner Prüfung stand.
In dem Brief der Wachtturm-Gesellschaft an die Zweigbüros
heißt es weiter: Der Registrie-rungsantrag, so
wie er bei den Vereinten Nationen eingereicht wurde und bei uns
in den Ak-ten vorliegt, enthielt keine Aussage, die zu unserem
christlichen Glauben im Widerspruch wäre.
Auch dies entspricht offenbar nicht der Wahrheit. Gemäß
der DPI (6) (Department of Public Information)
(7) der UNO werden Antragssteller sorgfältig
ausgewählt und müssen den für die Zulassung üblichen
Kriterien entsprechen. Gemäß der Antwort der DPI auf
Anfragen von Zeugen Jehovas wurde die Gesellschaft deshalb als
NGO zugelassen, weil sie sich bereitwillig einverstanden erklärte,
die Vereinten Nationen zu unterstützen. Hier heißt
es auszugsweise: Mit der Zustimmung zur Mitgliedschaft
bei der DPI hat die Organisation sich einverstanden erklärt,
den Kriterien für ihre Mitgliedschaft zu entsprechen, indem
sie die Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen stützt
und achtet und das Engagement und die Mittel besitzt, bei ihren
Mitgliedern sowie einem breiten Publikum Informationsprogramme
über UN-Aktivitäten wirkungsvoll durchzuführen.
(Anbei das Antwortschreiben der UNO: Siehe Internet). (8)
NGOs sind ferner verpflichtet, dem DPI jährlich nachzuweisen,
dass sie die Öffentlichkeit tatsächlich über die
zahlreichen Programme der UNO informieren. Ist die Gesellschaft
dieser Verpflichtung nachgekommen? Ganz bestimmt. Tatsächlich
hat sie deshalb relevante Artikel verfasst.
So wurde beispielsweise die Zeitschrift Erwachet! vom
22 November 1998 der Erklärung der Menschenrechte der Vereinten
Nationen am 50. Jahrestag seit ihrer Verabschiedung gewid-met,
um diesen zu würdigen. Die UNO führt diesen speziellen
Erwachet! (9) sogar auf ihrer Website
auf (Siehe auch die Kommentare im Global Policy Forum) (10).
Ein weiteres Beispiel ist der Wachtturm vom 1. Oktober
1995, der einen Artikel enthält, worin der 50. Jahrestag
seit Gründung der UNO im Jahr 1945 gelobt wird. Noch ein
Beispiel, auf das Ihr hinweisen könnt, ist der Erwachet!
vom 8. Dezember 2000, wo auffallend vorteilhaft über eine
Einrichtung namens UNICEF gesprochen wird. Untersucht man die
Wachtturm-CD-ROM dahingehend, so stellt sich heraus, dass die
Zeitschrift Erwachet! während der NGO-Zeit von 1992-2001
mehr Bezugnahmen auf die Vereinten Nationen als auf Gottes Königreich
enthält. Zwar sind die zahlreichen Hinweise darauf nicht
unbedingt der Rede wert, aber die vorrangige Verpflichtung der
Wachtturm-Gesellschaft als offizielle NGO erforderte ja lediglich,
Informationen zu verbreiten ganz gleich, wie interessant
oder uninteressant sie sein mögen.
Es ist somit offensichtlich, dass die Wachtturm-Gesellschaft
unterschwellig, aber bewusst bemüht war, ...für
ein breites Publikum wirkungsvolle Informationsprogramme über
UN-Aktivitäten durchzuführen, wie dies von
allen anerkannten NGOs verlangt wird. Wäre sie dieser Verpflichtung
nicht nachgekommen, wäre die Gesellschaft zweifellos von
der Beibehaltung des NGO-Status disqualifiziert worden.
Hinzu kommt noch, dass der Wachtturm-Gesellschaft sehr wohl bewusst
war, dass andere Institutionen sie als aktiv handelnde NGO anerkannt
hatten. Woher wissen wir das? Im Oktober 2000 war die Wachtturm-Gesellschaft
Teilnehmerin einer Veranstaltung mit dem Motto Vilnius
International Forum on the Holocaust. Die Gesellschaft
wird zusammen mit zahl-reichen anderen internationalen NGOs im
Programm aufgeführt. Bruder James Pellechia erschien als
Vertreter der Wachtturm-Gesellschaft vor diesem Forum (Link zum
Vilnius-Forum: Nach dem Herunterscrollen ist die WTG ganz unten
aufgeführt). (11)
Des Weiteren hatte die australische Regierung im Oktober 1999
offenbar eine Kommission einberufen, um die Zusammenarbeit zwischen
der Regierung und den NGOs zu fördern. Zwei Funktionäre
der Wachtturm-Gesellschaft sowie weitere NGO-Vertreter jüdischen,
muslimi-schen und orthodoxen Glaubens waren beim Gemeinsamen
Ständigen Ausschuss für auswär-tige Angelegenheiten
(12) zugegen.
In dem Brief der Gesellschaft an die Zweigbüros heißt
es jedoch: Dennoch enthalten die Kriterien für die
Assoziierung als NGO zumindest in ihrer jüngsten Version
Formulierungen, denen wir uns nicht anschließen können.
Als wir darauf aufmerksam gemacht wurden, haben wir die Registrierung
sofort zurückgezogen. Wir haben es sehr geschätzt, dass
wir über diesen Sachverhalt informiert worden sind.
Da jedoch die Gesellschaft sowohl dem Holocaust-Forum in Vilnius
als auch der australi-schen Kommission als internationale NGO
beiwohnte und die Brüder sich außerdem jährlich
neu registrierten sowie bei der DPI Arbeitsproben einreichten,
und zwar schon lange bevor [sie] darauf aufmerksam gemacht
wurden, kann man nicht anders schlussfolgern, als dass
die Aussage des Bethels gegenüber den Zweigbüros eine
glatte Lüge war.
Die verantwortlichen Brüder mussten schon die ganze
Zeit genau gewusst haben, was von NGOs verlangt wird. Ihnen war
daher sehr daran gelegen, die Bedingungen der Vereinten Nationen
zu erfüllen. Offensichtlich haben sie ihre Registrierung
in dem Moment zurückgezogen und diese Lügen ersonnen,
als sie durch den Zeitungsartikel im Guardian ertappt wurden.
Wenn nun auch das Verhältnis zur NGO aufgelöst ist -
es bleibt dennoch eine Lüge.
Manche Brüder mögen gerne die NGO-Affaire der Gesellschaft
einfach als unbedeutend abtun. Wir tun jedoch gut, uns daran zu
erinnern, welche Haltung die Zeugen Jehovas in Malawi damals in
den 1970er Jahren in Bezug auf die Lauterkeit einnahmen. Wie Ihr
Euch erinnert, hatte die Regierung von Malawi von allen Bürgern
verlangt, eine Parteimitgliedskarte für 25 Cent zu erwerben.
Zeugen Jehovas haben sich jedoch standhaft geweigert, da sie darin
einen Kompromiss ihrer politischen Neutralität sahen. Infolgedessen
hob Präsident Banda ihre Zivilrechte auf, woraufhin zahlreiche
Brüder und Schwestern brutalen Angriffen ausgesetzt wurden
und viele dabei ihr Leben verloren. Brüder verloren ihre
Arbeitsplätze, Geschäfte und Häuser. Unsere Schwestern
wurden von Banden vergewaltigt. Die meisten Freunde mussten das
Land verlassen und in Flüchtlingslagern leben. Bis heute
sind alle Zeugen Jehovas immer noch von ihrer kompromisslosen
Haltung für Jehovas Königreich angetan.
Andererseits wiederum hat die Wachtturm-Gesellschaft sowohl Jehova
als auch alle Zeugen Jehovas getäuscht. Sie waren nicht einmal
einer Bedrohung ausgesetzt wie unsere malawi-schen Brüder,
und doch setzten sie alles daran, um ein Abkommen mit den Vereinten
Nationen zu unterzeichnen. Sie versicherten ihre Unterstützung
und Zusammenarbeit einem Büro, das wir eigentlich als eine
Fälschung des Königreiches Gottes zu betrachten haben.
Das ist aber noch nicht alles. Das Bethel hat Millionen von ahnungslosen
Verkündigern und Pionie-ren getäuscht, indem sie durch
sie die Propaganda der Vereinten Nationen in der Öffentlichkeit
hat verbreiten lassen. Somit wurde in Gottes Augen die gesamte
Organisation einem Kompromiss geopfert. Dabei handelt es sich
nicht bloß um leichtfertige Anschuldigungen von Gegnern,
wie die Gesellschaft behauptet.
Die Frage lautet nun: Wie denkt Gott über die gegenwärtige
Situation mit Hinblick auf die Tatsache, dass das alte Israel
und Juda kompromissbereit Beziehungen mit den umliegenden Nationen
eingingen? Lehrt uns die Gesellschaft nicht selbst, dass Jehova
die Organisation damals in den Jahren 1918-19 wegen einigen Entgleisungen
und Kompromissen zurechtgewiesen hat? Doch die NGO-Affaire der
Gesellschaft mit ihrer arglistigen Verschleierung dessen ist noch
viel bedauerlicher, als die verhältnismäßig
belanglosen Kompromisse in der Vergangenheit. Warum sollten wir
annehmen, dass Jehova gerade jetzt einfach über die Treulosigkeit
hinwegsieht? Wir wissen zwar, dass Jehova gütig und barmherzig
ist, aber grundsätzlich heißt es doch im [mosaischen]
Gesetz: doch keinesfalls wird er Straffreiheit gewähren.
Vielleicht beschreiben ja die Worte Jehovas durch Jeremia genau
unseren gegenwärtigen geis-tigen Zustand: Sogar
der Storch am Himmel er kennt seine bestimmten Zeiten wohl;
und die Turteltaube und der Mauersegler und die Drossel
sie halten die Zeit der An-kunft eines jeden gut ein. Was aber
mein Volk betrifft, sie haben das Gericht Jehovas nicht erkannt.
Das eigentliche Problem besteht darin, dass wir irrtümlich
annehmen, Christus hätte das Gericht beim Haus Gottes damals
im Jahr 1918 begonnen. Demnach können wir gar keine künftige
Tempelbesichtigung mehr erwarten, da durch diesen Fehlschluss
nun die gültige biblische Grundlage dafür fehlt. Wenn
wir uns jedoch den Jahrestext für 2004 anschauen, dann stellen
wir fest, dass Christus seine gesalbten Sklaven aufforderte, wegen
der mit einem Dieb vergleichbaren plötzlichen Ankunft beharrlich
zu wachen; offensichtlich ist dies also der Zeit-punkt,
an dem das Gericht Gottes beim Haus der gesalbten Sklaven stattfindet.
Daher ist es auch vernünftig, anzunehmen, dass auch dies
der Zeitpunkt ist, an dem er ihn über seine ganze
Habe setzen wird.
Das bedeutet also, dass außer dem treuen Sklaven auch noch
ein übelgesinnter Sklave immer noch Gewalt innerhalb
des gesalbten Hauses Gottes ausübt. Ganz bestimmt ist daher
der Ein-fluss eines untreuen Sklaven innerhalb des Bethels die
einzige vernünftige Erklärung für die verwerfliche
Treulosigkeit der Gesellschaft in der NGO-Affaire. Angesichts
des Vorstehenden sollten wir Jeremia 5:26 auf die heutige Situation
anwenden. Dort heißt es: Denn unter meinem Volk
sind böse Menschen gefunden worden. Sie spähen beständig,
wie wenn sich Vogelsteller ducken. Sie haben eine verderbliche
[Falle] gestellt. Menschen sind es, die sie fangen.
Da wir also blind waren, überrascht es nicht, wenn Jehova
die etwas Unbehagen bereitende Frage im 42. Kapitel Jesajas stellt,
indem er zu seinen Zeugen spricht: Wer ist blind, wenn
nicht mein Knecht, und wer ist taub wie mein Bote, den ich sende?
Wer ist blind wie der Belohnte oder blind wie der Knecht Jehovas?
Es gab viele Dinge zu sehen, aber ständig gabst du nicht
acht. Da war Anlaß, die Ohren zu öffnen, aber fortwährend
hörtest du nicht zu.
Jehova gebietet seinem Wächter: Rufe aus voller
Kehle; halte nicht zurück! Erhebe deine Stimme so wie ein
Horn, und teil meinem Volk seine Auflehnung mit und dem Hause
Jakob seine Sünden.
Ironischerweise heißt es im Jesaja-Kommentar (13)
der Wachtturm-Gesellschaft zu diesem Vers: Welch ein
vorzügliches Beispiel des Ausharrens Jesaja doch Jehovas
neuzeitlichen Zeugen gibt, die ebenfalls beauftragt sind, Gottes
Wort zu predigen und religiöse Heuchelei aufzudecken!
Wenn aber Jehova Jesaja doch beauftragte, die Sünden derjenigen
aufzudecken, die Jehova als mein Volk bezeichnete,
warum sollten wir dann annehmen, dass dies nur auf die Christenheit
und nicht auf unser eigenes Haus zutrifft?
Wir prangern zwar unermüdlich die Heuchelei der Christenheit
an, aber sollten wir nicht umso unermüdlicher religiöse
Heuchelei unter Zeugen Jehovas aufdecken in dem Bewusstsein, dass
wir Jehova Gott vertreten? Alles andere wäre bloße
Heuchelei unsererseits.
Zahlreiche Zeugen Jehovas wurden bereits in dieser Sache durch
die Gesellschaft zum Straucheln gebracht. Manche Älteste,
die von der Situation über die NGO erfuhren, haben missmutig
ihr Amt niedergelegt. Verkündiger, die über die Angelegenheit
beunruhigt sind und mit anderen Brüdern und Schwestern in
der Versammlung über den Skandal sprachen, mussten feststellen,
wie sie auf einmal selbst von argwöhnischen Ältesten
der Abtrünnigkeit angeklagt wurden. Indem Älteste Zeugen
Jehovas möglicherweise zu Unrecht deshalb aus der Versammlung
ausgeschlossen haben, weil sie die Wahrheit über die Heuchelei
der Gesellschaft ausgesprochen haben, hat die Gesellschaft die
Ältesten in eine peinliche Situation gebracht. Wie tragisch!
Angesichts der beunruhigenden Situation und der Schmach, die
bereits zweifellos auf den Namen Gottes gebracht wurde, bitte
ich Euch eindringlich, Euch dieser Angelegenheit ohne Zögern
anzunehmen. Seid Euch gewiss, dass die Wahrheit schließlich
ohnehin ans Licht kommt, ganz gleich, auf welche Weise (Pr 12:14).
Ich bitte Euch daher als Aufseher und Mitzeugen inständig,
persönlich für Wahrheit und Gerechtigkeit geradezustehen.
Ich vertraue darauf, dass Ihr das Rechte tun werdet und diesen
Sachverhalt mit Euren örtlichen Ältesten-schaften, Kreis-
und Bezirksaufsehern erörtern werdet.
Mit freundlichen Grüßen, ein Zeuge Jehovas
Unterschrift: Name im Original-Brief enthalten
Dies ist Teil einer weltweiten Kampagne. Weitere Informationen
unter www.e-watchman.com
und www.e-watchman.be
Anhang
Folgender Anhang ist nicht Teil des Original-Briefs:
Die Verfolgungen von Zeugen Jehovas in der ehemaligen Sowjetunion
von Georgien sind weithin bekannt. In dem Bemühen, der Situation
abzuhelfen und gesetzlich anerkannt zu werden, hatte die Gesellschaft
1998 zwei Gemeinschaften eintragen lassen: die Union der Zeugen
Jehovas und die Vertretung der Watch Tower Society in Pennsylvania.
Die Regierung von Georgien versagt jedoch offenbar allen
religiösen Organisationen die Aufnahme. Die Gesellschaft
ließ daher beide Gemeinschaften als NGO registrieren.
Daraufhin hat der Oberste Gerichtshof von Georgien die Registrierung
der Union der Zeugen Jehovas und der Vertretung der
Watch Tower Society in Pennsylvania im Februar 2001 widerrufen.
Im Folgenden handelt es sich um ein Zitat von der Website [http://www.ecoi.net/doc/de/GE/content/5/2277-2319]:
Seit kurzem steigt die Spannung im religiösen
Sektor, und zwar hauptsächlich verur-sacht von einem Teil
der christlich-orthodoxen Gläubigen, die sich gegen Zeugen
Jeho-vas richten. Am 22. Februar 2001 kam das Oberste Gericht
von Georgien nach langwie-rigen Untersuchungen bei den örtlichen
Gerichten sowie Bezirksgerichten den Forde-rungen des Abgeordneten
Guram Sharadze vom georgischen Parlament nach, die von Zeugen
Jehovas erwirkte Eintragung zweier NGOs (der Union der Zeugen
Jehovas und der Vertretung der Watch Tower Bible and Tract Society
in Pennsylvania) für ungültig zu erklären. 1998
wurden sie vom Bezirksgericht Isan von Tiflis eingetragen. Dabei
muss erwähnt werden, dass sie deshalb als NGO eingetragen
wurden, weil sie aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlage in
Bezug auf religiöse Organisationen nur auf diese Weise
eine juristische Person werden konnten. Der Abgeordnete Sharadze
ist davon überzeugt, dass man religiöse Gemeinschaften
nicht als NGO eintragen sollte.
An diesem Punkt wird die Angelegenheit allerdings ein wenig schwammig:
Nach Einspruch gegen die Entscheidung des Gerichts existiert nun
auch eine Akte mit dem Inhalt, dass die Gesellschaft aus grundsätzlichen
Erwägungen heraus keinen Eintrag als NGO wünscht. Es
folgt ein Zitat aus der Website der OSZE (14),
die über die Situation in Georgien berichtet: Die
Beschränkung auf religiöse Freiheit liegt der Entscheidung
des Obersten Gerichts von Geor-gien vom 22. Februar 2001 zugrunde,
nach der die Eintragung der Union der Zeugen Jeho-vas und der
Vertretung der Watch Tower Bible and Tract Society in Pennsylvania,
USA, wi-derrufen wurde. Aufgrund fehlender gesetzlicher Grundlage
in Bezug auf Eintragungen von religiösen Gruppen konnten
ZJ nicht amtlich eingetragen werden. Aus grundsätzlichen
Erwä-gungen heraus haben ZJ schließlich den Eintrag
als NGO abgelehnt.
Offenbar hat sich die Gesellschaft zwar ursprünglich als
NGO eintragen lassen, hat jedoch im Berufungsverfahren einen erneuten
Eintrag abgelehnt und zwar aus grundsätzlichen
Er-wägungen heraus.
Interessanterweise lautet die Aussage der Gesellschaft in ihrer
Berufungsschrift (15), Punkt 2, Absatz 3:
Zudem ist die Watch Tower Bible and Tract Society of
Pennsylvania, außer dass sie vom Büro der Vereinten
Nationen zur Koordinierung der humanitären Hilfe amtlich
aner-kannt ist,...
Man beachte, dass es sich auch hier um eines der zahlreichen
Büros der Vereinten Nationen handelt. (16)
Dass die Gesellschaft durch die OCHA (17)
amtlich anerkannt ist, ist zweifellos in großem
Maße darauf zurückzuführen, dass sie als NGO für
Menschenrechte eingetragen war.
Eines sollte jedoch klar sein: Die Gesellschaft war viel tiefer
als NGO verwickelt, als ledig-lich Gebrauch von den Bibliothekseinrichtungen
der UNO zu machen.
Es folgt in Kürze eine weitere Übersetzung einer aktualisierten
Information vom 28. März 2004, (Siehe
http://e-watchman.com/commentaries/open-letter-to-jehovahs-witnesses-and-watchtower.html)
(1) Quelle: http://e-watchman.com/commentaries/open-letter-to-jehovahs-witnesses-and-watchtower.html
oder
http://www.e-watchman.be/commentaren/2004_12_20_maart.html.
Diese Internetseite enthält den gleichen Brief auch in Italienisch,
Niederländisch, Schwedisch und Spanisch.
(2) NGO = Non-Governmental Organization (nichtstaatliche
Organisation oder wörtlich: Nichtregierungs-Organisation,
im weiteren Text: NGO).
(3) http://www.guardian.co.uk/religion/Story/0,2763,574175,00.html
(4) http://home.comcast.net/%7esonofcomfort/wsb/html/view.cgi-photo.html--SiteID-1379248.html
(5) http://home.comcast.net/%7esonofcomfort/wsb/html/view.cgi-photo.html--SiteID-1394643.html
(6) DPI =Department of Public Information (Hauptabteilung
Presse und Information der Vereinten Nationen der UN, im weiteren
Text: DPI). Diese Abteilung ist die Vermittlerin zwischen
der NGO und der UNO.
(7) http://www.un.org/dpi/ngosection/criteria.html
(8) http://www.un.org/dpi/ngosection/ngo-docs.html
(9) http://www.unhchr.ch/udhr/materials/articles.htm
(10) http://www.un.org/dpi/ngosection/ngo-docs.html
(11) http://www.vilniusforum.lt/participants/international.htm
(12) Joint Standing Committee of Foreign Affairs
unter http://www.aph.gov.au/hansard/joint/commttee/j2444.pdf
(13) Die Prophezeiung Jesajas Licht für
alle Menschen, hrsg. von der Wachtturm-Gesellschaft 2000, Band
2, S. 277.
(14) Organisation für Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa. Siehe auch unter der Website: http://www.reliefweb.int/w/rwb.nsf/0/e70a22e0ee5f7dcfc1256aca00405d05?OpenDocument
(15) http://www.jw-media.org/region/europe/georgia/english/legal_cases/e_000724.htm
(16) http://www.reliefweb.int/ocha_ol/
(17) OCHA = Coordination Department for International
Humanitarian Aid (Büro der Vereinten Nationen zur Koordinierung
der humanitären Hilfe).
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